Die meisten Netbooks werden mit Windows 7 angeboten. Alternativen sind Windows XP und Linux. Nach einer kurzen Vorstellung der gängigen Betriebssysteme werden wir die jeweiligen Vor- und Nachteile von Linux und Windows gegenüberstellen.
Das Fazit kann an dieser Stelle aber schon vorweggenommen werden: Für "Normalanwender" ist Windows 7 mit seiner gewohneten Oberfläche und den vertrauten Funktionen sicherlich die geeignetste Wahl.
Vorstellung der gängigen Betriebssysteme
Windows XP
Windows XP ist ein Betriebssystem der Firma Microsoft, das bereits im Oktober 2001 auf den Markt kam. XP steht dabei für "eXPerience" (Erfahrung, Erlebnis). Lange Zeit war Windows XP das meist genutzte Betriebssystem.
Seit dem 30. Juni 2008 wird Windows XP von Microsoft offiziell nicht mehr verkauft. Für Netbooks wird die XP Home Edition jedoch voraussichtlich noch bis 2011 zur Verfügung stehen. Grund dafür ist: Für die verhältnismäßig leistungsschwachen Netbooks ist der Nachfolger Windows Vista schlicht zu ressourcenfressend. Hätte Microsoft Windows XP ganz vom Markt genommen, wären Netbooks wohl ausschließlich mit Linux ausgestattet worden.
Windows Vista
Nachfolger von Windows XP war Windows Vista (spanisch/italienisch für Blick, Sicht, Perspektive), das im Januar 2007 auf den Markt kam.
Es ist zwar grundsätzlich möglich, Windows Vista auf Modellen mit wenigstens 8 GB Festspeicher zu installieren, auf Grund seiner hohen Ressourcenanforderungen spielte Windows Vista für Netbooks aber nie eine größere Rolle.
Windows 7
Mit Windows 7 erschien am 22. Oktober 2009 Microsofts aktuellste Windows-Version. Es benötigt weniger Ressourcen als Windows Vista, ist dadurch auch für Netbooks gut geeignet und entwickelt sich zu führenden Netbookbetriebssystem.
Windows 7 ist in verschiedenen Editionen erhältlich, die sich in Versionsumfang und Preis unterscheiden:
- Starter Edition
- Home Premium
- Professional
- Enterprise
- Ultimate
Für Netbooks interessant sind insbesondere die ersten drei Versionen. Der Einsatz der (teureren) Versionen Professional und Ultimate lohnt dagegen kaum, da ihre Zusatzfunktionenaus einem Netbook kaum Nutzen bringen.
Linux
Linux ist ein frei erhältliches, kostenloses Betriebssystem. Die Grundlagen zu dessen Entwicklung legte 1991 der Finne Linus Torvalds, der auch heute noch die Weiterentwicklung der Kernkomponenten organisiert und koordiniert.
Die heute übliche Art, ein Linuxsystem zu installieren, ist der Weg über eine Distribution. Eine Linux-Distribution ist eine Zusammenstellung aller wichtigen Komponenten des Betriebssystems inkl. eines Installations- und Konfigurationsprogramms sowie verschiedener Anwendungsprogramme. Bekannte Distributionen sind beispielsweise:
- Debian
- Knoppix
- Suse
- Ubuntu
Die meisten Distributionen stehen im Internet zum kostenlosen Download bereit; die bekanntesten sind zusätzlich regelmäßig auf den Heft-CDs der großen Computerzeitschriften enthalten. Einzelne Distributionen werden auch kostenpflichtig angeboten. Bezahlt wird dabei aber nicht für das Betriebssystem an sich, sondern für Serviceleistungen wie z.B. Serviceverträge oder gedruckte Handbücher.
Auf den meisten Netbooks sind bereits speziell für den Einsatzzweck optimierte Distributionen vorinstalliert (z.B. Xandros auf dem Eee-PC, Linpus auf den Acer-Geräten). Diese bieten eine einfache, benutzerfreundliche Oberfläche, mit der auch Linux-Anfänger schnell zurechtkommen.
Es gibt aber auch Geräte, auf denen ein unangepasstes Standard-Linux (z.B. Ubuntu auf den Netbooks der A100 Serie von One) installiert ist.
Android und Chrome OS
Android ist ein Betriebssystem für mobile Geräte wie Smartphones, Mobiltelefone und Netbooks, die von der Open Handset Alliance zusammen mit Google auf Linux-Basis entwickelt wird.
Google Chrome OS, auch "Google Chrome Operating System" genannt, ist ein ebenfalls von Google angekündigtes Betriebssystem, welches auf Linux und dem hauseigenen Webbrowser Chrome basieren soll. Auch hier erfolgt die Ausrichtung auf Netbooks und ähnliche Rechner.
Für die Zukunft gibt es große Pläne, im Moment ist die Bedeutung für Netbooks jedoch marginal.
Mac OS
Mac OS ist das kommerzielle Betriebssystem der Firma Apple für die hauseigenen Macintosh-Computer - für Netbooks ohne Bedeutung.
Linux oder Windows XP?
Die meisten Geräte werden alternativ für Linux oder Windows XP angeboten. Bleibt also immer noch die Frage nach der Wahl des passenden Betriebssystems: Linux oder Windows XP?
Hier eine kurze Gegenüberstellung der jeweiligen Vor- und Nachteile:
Windows
Vorteile:
- Für viele Anwender, die den Umgang mit Windows gewohnt sind, entfällt die Einarbeitung in ein neues Betriebssystem.
- Der Anschluss von USB-Geräten funktioniert reibungslos.
Nachteile:
- Windows ist ein kommerzielles Produkt, das Betriebssystem muss also lizensiert werden. Die Kosten dafür gehen entweder zu Lasten der Ausstattung oder schlagen sich in einem höheren Preis nieder.
- Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges getan hat: Windows ist anfälliger für Viren und andere Schadsoftware. Allein die größere Verbreitung macht das Microsoft-Betriebssystem attraktiver für Angriffe.
Linux
Vorteile:
- Linux ist kostenlos, der Gerätehersteller / -anbieter und damit letztendlich der Kunde muss also nichts für die Betriebssystemlizenz bezahlen. Linuxgeräte sind daher in der Regel im Preis günstiger oder im Gegenzug etwas besser ausgestattet.
- Linux ist gegenüber Viren und anderer Schadesoftware deutlich unempfindlicher.
Nachteile:
- Windowsprogramme laufen unter Linux nicht (oder nur mit Tricks). In den meisten Fällen ist das nicht weiter tragisch, da es für fast alle Windowsprogramme Linuxversionen oder Alternativen gibt. Schwierig kann es dagegen in Spezialfällen werden.
- Der Anschluss von USB-Geräten funktioniert nicht immer reibungslos, da nicht jeder Hardwarehersteller für seine Geräte einen passenden Linux-Treiber bereitstellt.
- Der Einarbeitungsaufwand ist, abhängig von der angestrebten Nutzung des Geräts und den Vorkenntnissen, immens.
Fazit
Für "Normalanwender" ist Windows 7 mit seiner gewohneten Oberfläche und den vertrauten Funktionen sicherlich die geeignete Wahl. Linux dagegen ist eher etwas für technikbegeisterte "Bastler".
